„Die MEC- Pirna- Bande stellt die Weichen“

Ein Reisebericht aus der Stadt der Olsenbande

Zur „Erlebnis Modellbahn“ 2006 erhielten wir durch den Sekretär der Dänischen Modellbahn Union Ib Damm eine Einladung zur größten dänischen Modellbahnausstellung nach Kopenhagen in die Valby- Hallen.

Gern nahmen wir diese Einladung an. Jetzt galt es die Reise zu planen. Selbst für uns, als Reise erfahrener Club, war dies etwas Neues. Fähre buchen, Transporter mieten, Fahrzeit berechnen und wie viel Geld tauschen, all das erforderte eine perfektere Organisation, als wir es bisher gewohnt waren. Eine große Hilfe war dabei Martin Kristensen, der nicht nur Mitglied im danischen TT-Club ist, sondern auch ein tolles sächsisch spricht.

Am Mittwoch, dem 24. August 06 holten wir gegen 9:00 Uhr den LKW der Firma Tillig Modellbahnen aus Sebnitz, der uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Beladen mit einem Teil der Messeausrüstung der Firma fuhren wir nach Dohma. Dort wurde unsere TT-Anlage, Zubehör, Verpflegung usw. verladen. Am vorherigen Freitag wurde die Anlage von allen Mitgliedern bereits gesäubert und in die Transportgestelle verpackt.

Nach ein paar unruhigen Stunden Schlaf fuhren Lutz und Gerhard als Erste mit dem LKW nachts um 1:00 Uhr in Richtung Rostock Überseehafen los. Die restlichen 6 Reisekader begannen ihre Fahrt gegen 3:30 Uhr. Nach einer angenehmen Fahrt trafen alle gegen 10:00 Uhr am Fährhafen ein. Pünktlich 11:00 Uhr legte die Fähre Richtung Gedser ab. Nach einem kurzen Rundgang auf dem Schiff, gab es bei ruhiger See Kartoffelsalat und Beefsteaks zum Mittagessen. Nach einer Fahrzeit von 1:45 Stunden kamen wir an der dänischenn Küste in Gedser an. Zusammen, LKW und Transporter, fuhren wir jetzt das letzte Stück, 150 km nach Kopenhagen.
Am Nachmittag trafen wir uns wie verabredet an den Valby-Hallen mit Martin. Nach einer herzlichen Begrüßung mit einer verdienten Flasche Bier wurde der LKW abgestellt und wir fuhren alle in die Innenstadt zu Martins Wohnung. Dort waren Heike, Lutz, Olaf und Rene die nächsten Nächte untergebracht. Nach kurzer Pause fuhren wir zu Martins Modellbahnkumpel Poul-Erik.

In Poul-Eriks kleinen Haus am Stadtrand schliefen Werner, Peter, Dirk und Gerhard, die restlichen Vier, der „Pirnaer MEC-Bande“. Abends wurde dann gegrillt und über Land und Leute gesprochen. Zu unserem Erstaunen befand sich in den Bücherregalen deutsche Literatur über Modell- und Eisenbahn. Wir erfuhren, dass Poul-Erik bereits in den 70iger Jahren unseren Club in Pirna besucht hatte und noch Bilder aus jener Zeit besaß. Nicht all zu spät fuhren Heike, Lutz, Olaf und Rene, in ihr Quartier zurück, schließlich hatten wir einen langen Tag hinter und einen anstrengenden Tag vor uns.

Am Freitag trafen wir uns alle gegen 8:00 Uhr in den Valby- Hallen. Während der LKW ausgeladen wurde, bereitete Heike unser Frühstück vor. Nach der Stärkung klappte das Aufstellen der Anlage reibungslos. Bald begrüßte uns auch Ib Damm. Unser Wiedersehen wurde mit einem Kräuterschnäpschen begossen. Die dänische Presse widmete uns eine Stunde Zeit, fotografierte uns bei der Arbeit und interessierte sich für unsere Clubarbeit in Deutschland. Unser Vereinshaus, auf unserer Modellbahnanlage, gab ebenfalls Einblick in unser Vereinsleben. Eine halbe Seite haben wir am nächsten Morgen in der Presse über unseren Club lesen können. Als die dänischen Clubs und Händler am Nachmittag in der Halle eintrafen, waren wir schon beim Feinschliff unserer Clubanlage. Der kleine, aber feine Tillig Stand war inzwischen auch aufgebaut und zeigte einen Einblick in die Welt der TT- Bahn.
Spät am Abend hatten wir dann etwas Zeit, um Kontakte zu knüpfen. Sprachprobleme gab es kaum, da deutsch fast jeder Däne kann. Interessant war für uns die Landschaftsgestaltung, typisch dänisch, kleine Häuschen, Windräder und weite Felder.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonnabendmorgen waren der deutsche und östreichische Botschafter sowie der Kulturbürgermeister von Kopenhagen anwesend. Als Gastclub bedankte sich Rene bei dem Veranstalter für die Einladung nach Kopenhagen und wünschte allen eine schöne Ausstellung. Der Vorsitzende der Dänischen Modellbahn Union eröffnete die Veranstaltung. Schnell strömten die Modellbahnbesucher in die Halle. Unsere TT-Clubanlage fand große Bewunderung. Die saubere Verarbeitung, die Vielzahl an Zügen und Vielfalt an Details wurden immer wieder gelobt. Mit unserer Nenngröße waren wir aber etwas exotisch. Manche meinten, „ist es N oder nicht“? Viele ältere Dänen, Norweger und auch Schweden schwärmten von ihrer Kindheit mit Rokal, Zeuke oder Berliner TT- Bahn, und freuten sich über zwei schöne TT- Anlagen. Denn auch die TT-Anlage, des dänischen TT-Clubs war sehr umlagert. Auf der wunderschönen Anlage waren viele kleine Details zu sehen.

Am Ausstellerabend haben wir dänische Speisespezialitäten kennen gelernt. Wir haben alles probiert, manches war für uns ungewöhnlich gewürzt, geschmeckt hat alles aber sehr gut.

Am Sonntag begann der Ausstellungstag etwas ruhiger, da die Züge diesmal wie am Schnürchen fuhren. Wieder konnten wir mit den Besuchern der Ausstellung interessante Gespräche führen. Wir sprachen mit Besuchern, die in der DDR gearbeitet hatten. Dresden, die Sächsische Schweiz oder das Erzgebirge mit seinen Schmalspurbahnen kannten Viele. Einige Ausstellungsbesucher erkundigten sich sogar über die Jahrhundertflut 2002 oder interessierten sich über den Wiederaufbau der Frauenkirche. Es war immer eine angenehme Atmosphäre. Heute war auch Zeit, mit anderen Clubs Adressen auszutauschen. Vielleicht sieht man sich doch mal wieder?

Da wir auch beim Wegpacken ein eingespieltes Team sind, war der LKW nach 3 Stunden beladen.

Abends saßen wir noch einmal gemütlich mit Martin und Poul-Erik zusammen. Wir erzählten von vergangenen Ausstellungen. Werner gab zahlreiche Anekdoten zum Besten. Nur ungern trennten wir uns spät in der Nacht, aber ein wenig Schlaf sollten vor allem unsere Fahrer noch bekommen.

Montagmorgen gegen 4:30 Uhr klingelten die Wecker. Um 6:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Martin an den Valby-Hallen schweren Herzens, hatten wir doch einen echten Freund gefunden. Im Dezember sehen wir uns wieder, wenn Martin auf Weihnachtsurlaub zu seinen Großeltern nach Dresden kommt. Unsere Heimfahrt verlief ruhig. Pünktlich waren wir um 8:00 Uhr an der Fähre. Unser Frühstück schmeckte und bekam allen trotz stürmischer See. Gegen 17:00 Uhr trafen wir endlich wieder zu Hause ein. Bis der LKW kam, berichteten wir den daheim gebliebenen von unseren Erlebnissen.

Zum Abladen waren viele andere Mitglieder gekommen, so dass jeder schnell seine Familie wieder in den Arm nehmen konnte. Anstrengende, aber schöne Tage fanden so ihr Ende.

Es war eine schöne Reise. Unsere Anlage gefiel und wir hoffen, dass die Spur TT bald mehr Anhänger in Dänemark findet. Unsere Freunde vom dänischen TT- Club konnten auf jeden Fall neue Mitglieder gewinnen.

Von Kopenhagen haben wir kaum etwas gesehen, dass wollen wir später nachholen. Wir sind jedoch lieben Menschen begegnet, von denen wir viel über Dänemark und sein kleines Volk erfahren konnten.

In zwei Jahren findet die nächste Ausstellung in Kopenhagen statt, da sie im nächsten Jahr in Jütland ist. Wer Lust hat, kann Urlaub in Dänemark auch mit Modelleisenbahn verbinden.

In unserer Bildergalerie finden Sie weitere Impressionen über unsere Reise nach Kopenhagen.

MEC „Theodor Kunz“ Pirna